«Geschichten aus dem Decamerone»

Der Mensch ist Mensch, wenn er erzählt - Sommertournee 8. - 30. August

Die Theaterwerkstatt Gleis 5 tourt in diesem ganz besonderen Sommer durch sieben Ortschaften der Ostschweiz. In unserem Bus haben wir alles dabei für ein Strassentheater: Einen Haufen Kostüme, eine alte Holzbühne - und literweise Desinfektionsmittel. Vor allem aber: 7 Bühnenmenschen, die es kaum erwarten können, endlich wieder loszulegen. Von Goran Kovacevics wunderbarem Akkordeon begleitet, erzählen sie mit unbändiger Spielfreude Geschichten von Liebe, Lastern, Lust und Leiden. Schrill und leise, virtuos und schlicht, derb und fein.

Florenz im Pestjahr 1348. Das Lebensgefühl heisst Isolation, Ungewissheit und Angst. Lockdown à la Spätmittelalter. Das ist der Ausgangspunkt von Boccaccios „Il Decamerone“. Doch die Novellensammlung setzt dieser Misere etwas entgegen. Hundert Geschichten voller Lebensfreude, Saft und Kraft. Geschichten, die uns spüren lassen: Der Mensch ist Mensch, wenn er erzählt.

Mit wenigen Mitteln Welten entstehen lassen, mit Improvisationskunst und Flexibilität den Unwägbarkeiten einer Freilichttournee begegnen, mit Handwerkskunst und Leidenschaft als Wanderbühne unterwegs sein. In gewissem Sinne führt uns die Corona-Pandemie zurück zu unseren Anfängen. Mit Dumas und Jules Verne, mit Moliere und Bulgakov sind wir in unseren frühen Prä-Theaterwerkstatt-Zeiten in den Sommermonaten durch Dörfer und Städte gezogen.

In diesen für Kulturschaffende turbulenten Monaten mögen wir nicht „auf bessre Zeiten“ warten, wir wollen sie erschaffen. Wir wollen kreieren, wir wollen aktiv werden. Und so möchten wir im August 2020 als gesamtes Team mit einer kurzfristig auf die Beine gestellten Tournee endlich wieder zu den Menschen gehen – mitsamt einem verantwortungsbewussten, durchdachten Schutzkonzept.

Regie: Noce Noseda und Simon Engeli

Schauspiel: Simon Engeli, Joe Fenner, Noce Noseda, Silvana Peterelli, Nicole Steiner

Puppenspiel: Rahel Wohlgensinger

Live-Musik: Goran Kovacevic

Kostüme: Joachim Steiner

Support: Giuseppe Spina und Judith Zwick